Rückkehr nach Deutschland

Wo bin ich jetzt versichert?

 

Sie sind längerfristig, also mehrere Jahre, im Ausland. Ihre Krankenversicherung und Ihren Wohnsitz haben Sie in Deutschland abgemeldet. Versichert sind Sie über eine Auslandskrankenversicherung. Nun erleiden Sie im Ausland einen schweren Unfall und die Auslandskrankenversicherung veranlasst einen Rücktransport nach Deutschland. Dieser wird auch vollständig von der Auslandskrankenversicherung übernommen. Doch sobald Sie in Deutschland ankommen, stellt sich die Frage: "Wer bezahlt die Behandlungskosten in Deutschland?". 

Im Video erfahren Sie, wie Sie einer solchen Situation, ohne Versicherungsschutz, vorbeugen: 


Alle Informationen aus dem Video, für Sie in schriftlicher Form (Videotext):

Ich bin mehrere Jahre im Ausland, meine gesetzliche Krankenkasse habe ich gekündigt, sowie meinen Wohnsitz in Deutschland abgemeldet. Und nun habe ich einen Unfall, oder werde krank und werde zurück nach Deutschland transportiert. Und dann stellt sich die Frage: Wer zahlt denn jetzt hier in Deutschland? Oder, wo bin ich denn hier in Deutschland versichert? Das klären wir jetzt hier im Video. 

Dies betrifft hier heute Leute, die für längere Zeit ins Ausland gehen, ich spreche hierbei von mehreren Jahren in der Regel.  Ich hatte ein Gespräch mit einer Dame, 37, sie sagt: „Ich gehe nach Asien, habe meine gesetzliche Krankenkasse gekündigt, weil die zahlen da sowieso nicht und habe meinen Wohnsitz abgemeldet.“. Und wir sprechen so über die Krankenversicherung und sie fragt, ob sie denn auch nach Deutschland zurück transportiert wird, wenn es medizinisch notwendig ist. Und ich sage:“ Ja, aber lassen Sie mich auch mal eine Frage stellen: Der Spezialflieger landet in Deutschland auf dem Flughafen, der Arzt schiebt Sie raus, das Team vom Krankenhaus kommt und sagt „alles klar, wir übernehmen, aber wo ist die Person krankenversichert, also wer bezahlt jetzt?““. Lösung? Zum ersten April 2007 trat das Gesundheitsreformgesetz in Kraft. Darin ist geregelt, dass Personen, die schon einmal in Deutschland versichert waren, egal, ob gesetzlich, oder privat, wenn ihre Versicherung gekündigt wurde und sie, wie in diesem Fall wieder zurückkommen, wieder bei der Kasse aufgenommen werden, bei der sie vorher versichert waren. Also war ich gesetzlich versichert, wende ich mich an meine gesetzliche Krankenkasse. War ich privat versichert, muss mich die private Kasse wieder aufnehmen und zwar im sogenannten Basistarif. Dann könnte man jetzt natürlich sagen, dass dann alles wunderbar ist, da alles geregelt ist. Das ist aber nicht ganz so. Da gibt es nämlich zum Beispiel die Pflegeversicherung. Weil die Pflegeversicherung ist ja an die Krankenversicherung angekoppelt und da können eventuell Wartezeiten entstehen. Und wenn ich dann so krank zurückkomme, wir sprechen ja hier über schwere Fälle, dann habe ich da eventuell entsprechende Wartezeiten. Lösung? Die gesetzlichen Krankenkassen bieten oft eine sogenannte Anwartschaft an. Damit erkauft man sich dann das Recht, jeder Zeit wieder aufgenommen zu werden und das gilt dann auch für die Pflegeversicherung. Tipp: Sprechen Sie mit Ihrer gesetzliche Krankenkasse, welche Lösung für Sie am besten ist und am Ende das Ganze am besten nochmal schriftlich bestätigen lassen. Jetzt haben wir natürlich noch die Leute, die privat versichert sind, da verhält sich das Ganze ein bisschen anders. Private Krankenversicherungen bieten oftmals eine kleine und eine große Anwartschaft an. Was ist überhaupt eine Anwartschaft? Mit der kleinen Anwartschaft erkaufe ich mir das Recht, jederzeit in den Tarif wieder aufgenommen zu werden, den ich jetzt habe, zu den entsprechenden Leistungen, weil der Basistarif in der Regel wesentlich schwächere Leistungen hat, als Ihr jetziger Tarif. Und das ohne Gesundheitsprüfung, das heißt, Sie kommen garantiert rein. Die große Anwartschaft beinhaltet die kleine Anwartschaft, also Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung, zu anderen behalten Sie die bis dahin gebildete Altersrückstellung und die Altersrückstellung wird weiter aufgebaut. Vorteil für Sie ist, dass wenn Sie wiederkommen und wieder in die private Krankenversicherung einsteigen, einen günstigeren Beitrag haben. Die große Anwartschaftversicherung kostet dann natürlich entsprechend mehr Geld, als die kleine.  Tipp hier: Fragen Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung nach. Denn es gibt Gesellschaften, die bieten nur die kleine Anwartschaft an, welche die bieten nur die große Anwartschaft an und Gesellschaften, die beides anbieten. Lassen Sie sich verschiedene Angebote unterbreiten und klären Sie ab, welche Lösung für Sie die passende ist. Fazit: Bevor Sie ihre private oder gesetzliche Krankenkasse kündigen, auf jeden Fall vorher mit denen ein Gespräch führen, eine Lösung für sich finden und das am besten dann nochmal schriftlich bestätigen lassen.  

Kommentare: 9
  • #9

    Schäfer (Mittwoch, 17 Juni 2020 10:52)

    Hallo Ella,
    als erstes sollten Du, bei der Krankenversicherung nachfrage wo Du zuletzt in Deutschland versichert warst.

  • #8

    Ella (Mittwoch, 17 Juni 2020 03:20)

    Hallo,

    Ich lebe nun seit 9 Jahren in Kanada und habe hier auch Kinder und einen Mann. Meine Krankenversicherung (KV) in Dtl hatte ich damals vor meinem Umzug gekuendigt, und abgemeldet hatte ich mich auch. In Kanada bin ich gesetzlich krankenversichert.
    Nun habe ich vor, mit der Familie zurueck nach Dtl zu kommen, allerdings ohne Arbeitsangebot (Arbeitssuche beginnt vor Ort). Kann ich dennoch wieder zurueck zu meiner alten KV gehen, inkl. Kinder und Mann, oder muss ich mich privat versichern, da ich noch keine Arbeit habe?

  • #7

    Schäfer (Donnerstag, 21 Mai 2020 11:42)

    Tipp: Wenden Sie sich an die Gesetzliche Krankenkasse wo Ihre Mutter früher versichert war.
    Vollmachten sind eine Sache für einen Rechtsanwalt oder Anwältin. Hier ein Linktipp: https://www.anwaltsverfuegungen.de

  • #6

    YK (Mittwoch, 20 Mai 2020 20:34)

    Guten Tag,

    meine Mutter wurde am 18.05.2020 Eierstockkrebs diagnostiziert. Die Situation ist etwas ungewöhnlich, deshalb brauche ich nun eine Beratung über die Behandlung:

    1. sie ist deutsche Bürgerin, aber wohnt und arbeitet seit 2015 im Ausland (in Russland), da wurde die Krankheit diagnostiziert;
    2. vor dem Umzug wurde sie beim AOK gesetzlich versichert, zurzeit hat sie keine deutsche Krankenversicherung (wegen des Umzuges hat sie sich aus der GKV abgemeldet), aber ist in Russland gesetzlich versichert;
    3. sie hätte gerne nun nach Deutschland zurückkehren und die Krankheit "zu Hause" behandeln.

    Die Situation ist eine Notsituation und die Behandlung ist so schnell wie möglich nötig, deshalb hoffe ich, dass Sie mit meinen Fragen helfen können:
    1. Kann sie nun irgendwelche Notbehandlung ohne Krankenversicherung in Deutschland bekommen?
    2. Wenn nein, wie können wir die Wiederaufnahme bei einer gesetzlichen Krankenkasse so schnell wir möglich organisieren?
    3. Kann ich als Tochter sie jetzt mit irgendwelchen Sondervollmacht versichern (und beim Bürgeramt, Sozialamt usw. anmelden)?
    4. Oder kann ich sie als meine Familienmitglieder versichern (ich bin bei der TK versichert)?

    Ich währe für ihre Hilfe sehr dankbar!

  • #5

    Schäfer (Dienstag, 03 März 2020 13:52)

    Hallo Helga H.
    Zu Nr. 1 In den Bedingungen muss stehen wer versichert werden kann. Dort nach lesen wie das bei Ihrem Vertrag ist. Wenn es für Sie nicht klar ist dann den Versicherer anschreiben.
    Zu Nr. 2 Ja, das sind Fragen die Ihnen nur die Gesetzliche Krankenkasse beantworten kann.

  • #4

    Helga H (Donnerstag, 20 Februar 2020 12:54)

    Ich lebe seit 10 Jahren in der Schweiz und bin in D abgemeldet.
    Ich hätte noch Fragen:
    1. In D war ich gesetzlich versichert bevor ich in die Schweiz auswanderte. Ich hatte dann eine private Zahnarztzusatzversicherung und Pflegeversicherung in D gemacht. Der Versicherungsvertreter sagte es genügt eine deutsche Postadresse. Nun verlangt die Versicherung einen deutschen Wohnsitz. Wie kann ich die Zahnarztzusatzversicherung beibehalten bis ich nach D zurückgehe. Odermuss ich mich zwingend in D mit einem Zweitwohnsitz anmelden?
    2. Für die Zukunft (nach erreichen der Rente in wenigen Jahren) habe ich vor nach D zurückzukehren. Wie ich verstanden habe muss mich dann die gesetzliche Krankenversicherung wieder aufnehmen. Gilt das auch wenn ich sowohl in D und der CH wohnhaft bleibe genauer muss ich dazu einen Erstwohnsitz in D haben? Geht es auch wenn ich noch freiberuflich als Consultant arbeite? Ist es angebracht im Vorfeld mit der früheren gesetzlichen Krankenversicherung das zu klären?

  • #3

    Schäfer (Dienstag, 18 Februar 2020 15:01)

    Hallo Jay,
    wenn Sie in Deutschland wieder einer Versicherungspflichtigen Tätigkeit nach gehen und jünger sind als 55 Jahre dann werden Sie wieder bei einer Gesetzlichen Krankenkasse aufgenommen.
    Tipp: Informieren Sie sich doch bei der Krankenkasse wo Sie zuletzt (über ihrer Eltern) versichert waren.

  • #2

    Jay (Dienstag, 18 Februar 2020 01:34)

    Vor 27 Jahren - als Student - ging ich ins Ausland. Damals war ich noch gesetzlich bei meinen Eltern versichert. Vor 20 Jahren kam ich für nur 6 Monate (!) nach Deutschland zurück. Ich wusste nicht, daß es nur so kurz sein würde, und versicherte mich (und Frau und Kind) für diese Zeit Privat. Danach ging es wieder zurück ins Ausland (nicht Europa).

    Jetzt bin ich 50 Jahre alt und wir denken an eine mögliche Rückkehr nach Deutschland. Werde ich wirklich für diese privatversicherten 6 Monate bestraft, indem ich nicht mehr in die gesetzliche zurück kann? Oder gibt es da ein Einsehen von irgendeiner Seite?

  • #1

    Dagmar Gans (Mittwoch, 02 Oktober 2019 22:07)

    Danke für die sehr gute und ausführliche Information
    D.Gans